TAPE - Theater unter Bäumen

Eine Dreiecksgeschichte um finstere Wahrheiten

TAPE von Stephen Belber

Textfassung: Laura Steinhöfel, Benjamin Lang, Benedikt Vyplel 2017

Aufführungsrechte  S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main.

Premiere 27.1.2017 Murnau/Staffelsee

Dauer: ca. 60 Minuten

 

Stückbeschreibung:

Die Welt ist im Kopf. Freundschaft, Liebe, Wahrheit und die jeweilig individuelle Sichtweise auf die Triebfedern der Menschen sind die grundlegenden Motive dieses knackigen Kammerspiels rund um zwei Freunde und eine Frau

Schade, dass Stephen Belber die Begrifflichkeiten „alternative Facts“ und „Fake-News“ bei Stückentstehung nicht schon erlebt hatte. „Vorwegverarbeitet“ (its´s true) hat er sie.

Vince ist bei der freiwilligen Feuerwehr und Kleindealer. Jon dreht vielversprechende Low-Budget-Filme. Seit der High School haben sich die beiden nicht mehr gesehen. Nun treffen sie sich wieder in Lansing in einem Motel. Jon kommt, weil beim örtlichen Film-Festival sein Debüt gezeigt wird, Vince, weil er reden will. Mit Jon. Was ist damals eigentlich wirklich passiert, in jener Nacht, als seine große Liebe Amy etwas mit Jon anfing?

Aus dem freundschaftlichen Gespräch über alte Zeiten schält sich ein Machtkampf der sich zu einem Verhör zuspitzt. Erst als Amy den Kampfplatz betritt, ändert sich die Stimmung. Und es entspinnt sich eine Dreiecksgeschichte um eine finstere? Wahrheit.


Otto Huber;Regisseur und ehemaliger Spielleiter der Oberammergauer Passionsspiele:

„In die Rolle des Vincent hat der Autor eine größere Vielfalt der Emotionen geschrieben.  Benedikt Vyplel spielt das Spektrum vom depressiven Loser über den moralisch autoritären Ankläger bis zu bizarren Momenten des Triumphs so glaubhaft wie leichtfüßig.

Benjamin Lang zeigt Jon als den intellektuell Überlegenen, auf Kosten seiner Anpassung Erfolgreicheren, Cooleren, der sich aber dann, von den Anschuldigungen gereizt und teilweise auch seiner Schuld bewusst, ebenso in den Liebes- und Machtkampf hineinziehen lässt.

Laura Steinhöfel macht in Amy sichtbar, wie sie den Untiefen der “Vincentschen Grübelei“ auszuweichen und – teilweise fast amüsiert – sich in Distanziertheit zu retten sucht.

Sie war es auch, die Regie führte und den fast atemlosen Dialogen  der zwei Kampfhähne mit ihren immer wieder überraschenden Wendungen Fluss und Rhythmus gab.“

 

Akteure: 

Laura Thais Steinhöfel

ist Regisseurin, Schauspielerin und Theaterpädagogin.

Sie studierte erst an der LMU Theaterwissenschaften und dann Theaterregie am Mozarteum Salzburg. 2011 beendete sie ihr Studium mit „Parzival“ von Tankred Dorst.

Mit dieser Inszenierung wurde sie zum Körber Studio Junge Regie ans Thalia Theater Hamburg eingeladen.

2011 war sie Regieassistentin am Theater Neumark in Zürich. Von 2012 bis 2013 absolvierte sie das Post Graduate Intensive Year in Schauspiel und Theaterregie am Giles Foreman Center for Acting in London. In London inszenierte sie Nora ein Puppenheim von Henrik Ibsen sowie Verbrennungen von Wajdi Mouawad. Seit 2013 lebt sie in München. Dort arbeitet sie als darstellende Künstlerin mit ihrem Theaterkollektiv und als Theaterpädagogin am Theaterspielhaus München. Sie ist als Schauspielerin für das Theater FOXFIRE in Wien tätig. Seit 2016 leitet sie für das ImPulsTanzFestival Wien Workshops für Tanz – Theater.

 

 Benjamin Lang

ist Schauspieler, BA in Fine Arts. Er wurde am 05.10.1980 in Oberbayern geboren.1986 wurde er in Südaustralien eingeschult.1989 Rückkehr nach Bayern, nach dem Abitur  BA  in Fine Arts in England.

Nach zahlreichen Praktika bei Film,Fernsehen und Theater absolvierte er die Schauspielausbildung am Schauspielhaus Salzburg.Während der Ausbildung spielte er in zahlreichen Kinder und Jugendstücken, sowie in Abendproduktionen mit.

Nach Festanstellungen wagte er den Schritt in die „freie Theaterszene“. Produktionen wie “Canto Minor” von R. Schimmelpfennig und Justine del Corte in der Arge-Kultur Salzburg folgten. Ein mehrmonatiger Aufenthalt in Uganda, er inszenierte mit einer zwölfköpfigen afrikanischen Theater und Tanztruppe ein Stück,  veränderte seinen bisherigen Blick auf performative Kunstformen nachhaltig.

Er arbeitet unter anderem regelmäßig in der ARGE Kultur Salzburg, Kellertheater Innsbruck(„Hedda Gabler“, “Antonius und Kleopatra“, „Ich, Feuerbach“...), Theater Present und in eigenen Produktionen.

 

 

 Benedikt Vyplel 1981 geboren, ist Schauspieler, Landwirt und Referent für Stückentwicklungen für und mit Kindern. Er studierte Architektur und Jura in Wien bevor er in der Österreichischen Bundespolitik erste Berufserfahrungen machte. 

Das Schauspielhaus Salzburg, als fordernde wie fördernde Ausbildungsstätte gab ihm die Chance vom ersten Jahr Lehre weg in den verschiedensten Genres und Aufgabenbereichen das Bühnenleben zu erforschen.

Hier war er unter Anderem in Produktionen wie „Ronja Räubertochter“, als Mattis, in „Andorra“, als Peider und „Draussen vor der Tür“, als Beckmann zu sehen - aber auch als Bühnenarbeiter, Beleuchtungsassistent, Regieassistent und streckenweise als Hausmeistergehilfe tätig.

Die nächste Gelegenheit Erfahrungen zu sammeln, ergab sich als Ensemblemitglied des „Nextliberty“ in Graz. Rollen wie Andrej Tschichatschow alias „Tschik“ im gleichnamigen Stück, oder „Ither“ „Kingrun“ und „König Artus“ in der von Daniel Doujenis clever interpretieren Form des Parzival (Bernd Studlar) bereicherten diese Zeit.

Überhaupt ergab sich von 2007 an ein breites Erfahrungsnetzwerk, vom Statisten bis zum Hauptdarsteller, das ihn, von provisorischen Theatern in Mostheurigen, „Stadln“ und Museen, über diverse Bühnen in Wien, Graz, Salzburg, Bozen, Brünn, Ravensburg, die Spielstätten der Salzburger Festspiele, bis ins große Haus der Berliner Festspiele (Berliner Theatertreffen 2012) führte.

Der Vater einer Tochter arbeitet zur Zeit frei.