Lost Cargo 2.022 - Christine S. Prantauer

Plakatinstallation (300 x 280 cm) am Vogelweide-Pavillon im Rahmen von Res Publica 2022, Innsbruck Juli 2022

               

Ist nicht gerade unsere Unfähigkeit, das Globale und seine vielgestaltigen Geflechte

und Geschichten noch wahrzunehmen, verantwortlich dafür, dass wir den Krisen

unserer Gegenwart nicht gewachsen sind?   (Philipp Weiß, Die Containerisierung der Welt)

 

Das Plakat Lost Cargo zeigt die Häuserzeile auf der gegenüberliegenden Seite des Waltherparks. Die Häuser sind geteilt, verschoben, verdoppelt und spielen mit Wiedererkennung und Irritation.

Im Vordergrund fließt der Inn, der lange Zeit (vor allem im Mittelalter) ein wichtiger Handelsweg war. Von der Seite schieben sich zwei im Wasser treibende Schiffscontainer ins Bild.

Tausende Containerschiffe sind jährlich auf den Weltmeeren unterwegs. Verbunden mit der steigenden Marktkonzentration transportieren immer größere Schiffe immer mehr Container. Sie bilden das Rückgrat der globalisierten Wirtschaft. Zu den Begleiterscheinungen zählen neben der Auslagerung ganzer Industriezweige in Niedriglohnländer und der Vernichtung von Arbeitsplätzen die Verschmutzung der

Meere. Nicht nur die toxischen Treibstoffrückstände der Frachtschiffe, auch die verlorengegangenen Containerfrachten bedrohen die maritime Umwelt. Schätzungen zufolge enthalten rund zehn Prozent aller verlorenen Behälter Chemikalien oder andere gefährliche Güter, die gravierende ökologische Konsequenzen haben. All dies ist uns kaum bewusst, obwohl fast alles, was wir kaufen und benutzen, zumindest als Vorprodukt, irgendwann einmal auf einem Containerschiff transportiert wurde. Darauf verweist Lost Cargo.

Weit Entferntes wird in digitaler Montage mit dem lokalen Kontext in Verbindung gebracht. Lost Cargo thematisiert im öffentlichen Stadtraum gesellschaftliche und ökologische Folgen unseres Wirtschaftssystems (Christine S.Prantauer)